Direct Attached Storage (DAS) oder Netzwerk Storage (NAS/SAN)?
Bei der Anbindung der RAID Systeme an den Hostrechner steht an erster Stelle die Frage, ob die Systeme direkt an den Rechner angebunden werden sollen (Direct Attached Storage, DAS) oder über ein Speichernetzwerk (Storage Area Network, SAN). Letzteres ist sinnvoll, da hier durch Switches viele Systeme – Server und Speicher – miteinander verbunden werden können. Ein Extremfall ist, dass nur ein Server mit vielen RAIDs verbunden wird, vor allem bei SATA RAIDs eine einfache Möglichkeit, sehr viel Speicherkapazität zu erhalten. Aber auch bei direct attached Lösungen kann eine Netzwerktechnologie notwendig sein, nämlich wenn Distanzen überbrückt werden müssen, die mit SCSI oder SAS nicht realisierbar sind.
Für Speichernetzwerke wird entweder iSCSI oder Fibre Channel verwendet,. Beide haben ihre jeweiligen Vor und Nachteile. Näheres dazu im Kapitel iSCSI oder Firbe Channel.
In allen Fällen, in denen kein Speichernetzwerk verwendet werden muss, ist SCSI oder seine serielle Variante SAS die preiswertere Alternative, da sowohl die RAID Controller als auch die Hostadapter in Rechnern deutlich preiswerter sind. SAS löst dabei zunehmend SCSI ab, sowohl wegen seiner Performance und Skalierbarkeit als auch wegen der wesentlich geringeren Störanfälligkeit.
Serial Attached SCSI (SAS), die serielle Variante des herkömmlichen SCSI Interface, ist nicht nur weniger anfällig gegen Störsignale und Magnetfelder als die parallele Version des Ultra320 SCSI, sie ist vor allem auch mit 4 x 6 Gbit pro Port viel schneller. Daher ist es nicht verwunderlich, dass für die direkte Anbindung an bis zu zwei Server praktisch nur noch Storagesysteme mit SAS Interface genutzt werden.
| Bus | FC | iSCSI | SAS | SCSI |
|---|---|---|---|---|
| Kabel | seriell | parallel 16 bit | ||
| Transferrate | 8 Gbit/s (=800 MB/s) | 1 Gbit/s (=100 MB/s), bündelbar oder 10 Gbit/s (=1000 MB/s) | 4x 6 Gbit/s (=2400 MB/s) | 320 MB/s |
| Architektur | Point-to-Point, Fabric, Loop | Point-to-Point | Daisy Chain | |
| Kabellänge | 150m (mit Longwave: 1 km) | Lichtleiter bis 1 km, WAN unbegrenzt | 6 m | 3 m |
| Anzahl Devices | 127 (16 Mio. im Fabric) | abhängig von der Netzwerkklasse | 128 (16.384 mit Expandern) | 15 |
| Einsatz | Speichernetzwerk | direct attached | ||
| Vorteile | große Distanzen, Anbindung über Brandschutzzonen hinweg | sehr hohe Bandbreite, preisgünstiger als FC bei vielen Devices | preiswerte Lösung bei der Anbindung eines einzelnen RAID Systems | |
Eine Anbindung eines Speichers als NAS (Network Attached Storage) empfiehlt sich immer dann, wenn mehrere Clients gleichzeitig auf die gleichen Filesysteme zugreifen müssen. Die Anbindung ist - weil dateibasierend - langsamer als die oben beschriebenen, sämtlich blockbasierenden Technologien. Wird maximale Zugriffsgeschwindigkeit benötigt, empfiehlt sich daher für den gemeinsamen Zugriff die Verwendung eines Clusterfilesystems oder einer entprechenden Software in Verbindung mit einer blockbasierenen Speicherlösung.

