iSCSI oder Fibre Channel?
Wurde in der Vergangenheit Fibre Channel als selbstverständlich angesehen, wenn es darum ging, Speichernetzwerke aufzubauen, die Performance und Ausfallsicherheit gleichzeitig garantierten, so wird heute iSCSI immer mehr zur Alternative. Fibre Channel ist mit derzeit 8 Gbit pro Leitung immer noch schneller, zumindest was die einzelne Leitung betrifft. 10 Gbit Ethernet ist dagegen noch relativ teuer. Darüber hinaus sind für Fibre Channel die Sicherheitsszenarien mit redundanten Pfaden zu zum Betriebssystem technisch sehr ausgereift und etabliert. Trotzdem empfiehlt es sich, die Unterschiede genau zu beachten, denn mit iSCSI lassen sich die Anschaffungskosten sehr deutlich senken.
iSCSI als preisgünstige Alternative
Als Alternative zum etablierten Fibre Channel oder auch einfach als Erweiterung dazu setzt sich iSCSI immer mehr durch. Waren anfangs nur wenige und großenteils proprietäre, also an spezielle Software und APIs gebundene Lösungen auf dem Markt, hat sich mittlerweile eine große Auswahl an Produkten etabliert: von hochperformanten und hochskalierbaren Lösungen wie dem Peer Storage von EqualLogic bis hin zu einfachen, sehr preiswerten SATA RAIDs.
Das Prinzip ist immer gleich: Speicher wird dem Rechner über das SCSI Protokoll zur Verfügung gestellt. Anstelle der klassischen parallelen SCSI Verkabelung oder des storage-spezifischen Fibre Channel Netzwerks mit Lichtleiter Kabeln wird hier das überall vorhandene und vor allem vertraute Ethernet verwendet. Trotzdem darf iSCSI nicht mit NAS (Network Attached Storage) verwechselt werden. Während letzteres eine Fileserver- Technologie ist, die Daten einer großen Anzahl von Clients gleichzeitig über ein Netzwerk-Filesystem zur Verfügung stellt, ist iSCSI wie SCSI und FC ein blockbasiertes System, d.h. der Rechner sieht die ihm zugewiesenen Datenbereiche wie eine lokale SCSI Festplatte, egal wie weit sie auch immer räumlich entfernt sind.
Trotzdem kann natürlich der Datenbereich auf eine Reihe von Servern flexibel verteilt werden – das ist der Vorteil zentralisierten Speichers in einem Speichernetzwerk. Cluster oder Rechner mit Cluster-Filesystem können natürlich auch hier gemeinsam auf ein Volume zugreifen.
iSCSI Hostadapter erscheinen gegenüber dem Betriebssystem wie „normale“ SCSI Karten. Die Umsetzung auf das iSCSI Protokoll und die Verwaltung des IP Stacks werden von ihnen übernommen. So sind sie weniger vom Betriebssystem abhängig als softwarebasierende iSCSI Initiators. Außerdem erlauben sie es, vom iSCSI System zu booten. Soll aber nicht vom iSCSI RAID gebootet werden und liegt für das Betriebssystem ein Software-Initiator vor, dann ist letzteres deutlich günstiger. Die Initiator sind in der Regel kostenfrei verfügbar, während die Hostadapter vergleichsweise teuer sind. In den meisten Fällen wird man daher auf den Hostadapter verzichten. Wenn viele Prozesse gleichzeitig auf das iSCSI Target zugreifen, kann der Einsatz eines iSCSI HBAs aber sinnvoll sein, der die CPU deutlich entlasten kann und damit die Anwendung schneller macht.

